Winterklassen in Choglamsar

In den ersten 10 Jahren unserer Vereinsaktivitäten gaben wir hauptsächlich Tibetern, Tibet Experten, Filmemachern und Fotojournalisten eine Bühne, um die Öffentlichkeit im Allgäu über die Situation der Tibeter in Tibet und im Exil  zu informieren. Spendengelder wurden in unterschiedliche karitative Projekte investiert.
Seit 2001 – unserem 10 jährigen Bestehen – konzentriert sich unser Engagement auf die Förderung von Bildung in der exiltibetischen Gemeinde in Ladakh/Nordindien.
Angeregt durch eine Begegnung entwickelte sich aus einem kleinen Einsatz eine Erfolgsgeschichte.
   
1996 lernte unser damals noch ehrenamtliches Mitglied  Isolde Walter auf ihrer Reise durch Ladakh Topgyal Tsering  kennen. Wie viele seiner Landsleute aus Tibet hatte er mit seiner Familie im Raum  Leh, der Hauptstadt von Ladakh  (Indien), Zuflucht gefunden.  
Topgyal, der als ausgebildeter Lehrer Kinder exiltibetischer Familien in Choglamsar   unterrichtete, träumte von Winterklassen.
Kinder in Ladakh gehen im Sommer in öffentliche oder private Schulen, die im Winter wegen der Kälte  drei Monate geschlossen sind. Wohlhabende Eltern können auch im Winter ihren Kindern privat oder in einem Internat  Beschulung finanzieren.  Die Winterklassen sollten deshalb ein Angebot für die Kinder und Jugendlichen werden, deren Eltern sich die Privatbeschulung nicht leisten können.
Mit der Hilfe von Spendengeldern aus dem Allgäu konnte die erste Winterklasse im Jahr 2001 mit 12 Kindern in Choglamsar , 9 Kilometer östlich von Leh, eröffnet werden. Dort befindet sich eine der größten exiltibetischen Gemeinden in Indien. Seitdem unterstützt die TIBET Initiative Kempten e.V. gemeinsam mit der Bettine-von-Arnim Gesamtschule in Hilden-Langenfeld jeden Winter für zwei Monate die Beschulung der tibetischen Kinder zwischen 6 und 18 Jahren.
2011 besuchten annähernd 800 Schüler von der 1. bis 12. Klasse die Winterklassen in Choglamsar. Dank der zahlreichen Spenden konnten wir die Kosten für den Einsatz von 44 Lehrern, 12 Gruppenleitern und 5 Helfern  einschließlich der Lehrmittel aufbringen.
Die Schüler, die an der Winterbeschulung teilnehmen, erreichen nachweislich auch im Sommer einen besseren Notendurchschnitt als die Kinder, die im Winter nicht gefördert werden.

Mit einer Spende von 10 € sind die Kosten für einen Schüler in einem Winter gedeckt.

Jährlich besucht unser Vereinsmitglied Isolde Walter (Lehrerin im Ruhestand) dieses Projekt in Ladakh. Zurück im Allgäu berichtet sie jedes Jahr mit großer Freude von dieser Winterklassen Erfolgsgeschichte.
Um die Verwaltung, Organisation und Durchführung der Winterbeschulung zu gewährleisten, hat die exiltibetische Gemeinde in Choglamsar nach dem Vorbild der TIBET-Initiative-Kempten e.V. einen staatlich registrierten Verein gegründet:

Tibetan Phensem Society Leh/ Ladakh
Kontakt in Leh / Email in Englisch:
Topgyal Tsering: tib.phensemsociety@gmail.com

Für mehr Information
TIBET Initiative Kempten e.V.: Isolde Walter, Telefon 0 83 73 - 5 41
Bettine-von-Arnim Gesamtschule: www.bva-gesamtschule.de

Spendenkonto
Raiffeisenbank im Allgäuer Land e.G.
IBAN: DE02 7336 9264 0000 1475 59 
 Verwendungszweck „Winterklassen Choglamsar“

Winterschool Choglamsar

Winterbeschulung in Saspoche

Sham Valley/ District Leh

Morup Tsering ist in Saspoche, einem kleinen Gebirgsdorf im Seitental von Saspol auf dem Weg zum Nubra Valley aufgewachsen. Obwohl er inzwischen mit seiner Familie in Leh lebt, dort erfolgreich als Mitarbeiter der State Bank of India arbeitet, fühlt er sich mit seinem Heimatdorf sehr verbunden. Hier können etwa 200 Einwohner auf 3600 m Höhe ohne Strom existieren, indem sie auf kargen Böden  Landwirtschaft betreiben. Morup verdankt seinen Werdegang  einer soliden Schulbildung. Deshalb ist ihm die schulische Ausbildung der Kinder und Jugendlichen seines Geburtsortes ein besonderes Anliegen.  Auch sie sollen Chancen bekommen, außerhalb ihres Dorfes einen Platz in der Gesellschaft zu finden.
Zunächst wurde mit Spenden aus dem Allgäu  eine Sonnenwand vor dem Schulgebäude  im Dorf finanziert. Diese Wand hatte den Vorteil,  soviel Wärme zu speichern, dass  im Winter 40 Schüler von der ersten bis zur 8. Klasse unterrichtet werden konnten.
Im August 2010 kam es in Ladakh zu ungewöhnlich heftigen Regenfällen, die in der kargen Steinwüste dieses Hochlandes verheerende Schlammlawinen auslöste.
In Saspoche kamen keine Menschen zu Schaden, jedoch wurden alle Wintervorräte des Dorfes von der Schlammlawine  vernichtet. Das Schulgebäude und die Schulküche mit den Lebensmittelvorräten wurden total zerstört. 
Inzwischen hat der indische Staat ein neues Schulgebäude errichtet, das jedoch im Winter nicht genutzt werden kann.
Die Winterbeschulung, die auch mit Spenden aus dem Allgäu finanziert wird, ist in einem leer stehenden Gewächshaus möglich.
Wir wundern uns, dass bei winterlichen Temperaturen bis zu minus 30 Grad ein Gewächshaus als Unterrichtsort brauchbar ist. Doch in einer Höhe von etwa 3400 Metern und einem strahlend blauen Himmel schenkt die Sonne ausreichend Wärme. Gut eingepackt, mit Mütze und Handschuhen versehen, kann unter diesen Umständen unterrichtet und gelernt werden.

Kontakt in Leh/ Ladakh /Email in englisch
Morup Tsering: morupsbi@rediffmail.com

Für mehr Information in Deutschland:
TIBET Initiative Kempten e.V.: Isolde Walter, Telefon 0 83 73 - 5 41

Spendenkonto
Raiffeisenbank im Allgäuer Land e.G.
IBAN: DE02 7336 9264 0000 1475 59

 Verwendungszweck „Saspoche“